Warum sich beeilen bei schönen Dingen? Warum nicht verweilen und sie genießen?
Clara Schumann war eine geniale deutsche Komponistin, Pianistin und Lehrerin. Sie gilt zu Recht als eine der größten Pianistinnen der Romantik. Während ihres Lebens war sie eine enge Freundin des Geigers Joseph Joachim und des Komponisten Johannes Brahms. Sie gab über 238 Konzerte mit Joachim in Deutschland und Großbritannien.
Frühes Leben
Clara Schumann wurde in Leipzig in eine Musikerfamilie geboren: Friedrich Wieck und Mariane Wieck. Ihr Vater war ein fähiger Musiklehrer. Ihre Mutter war eine beliebte Sängerin, die oft Klavier im Gewandhaus spielte.

Claras Vater erkannte schon in frühen Jahren ihr großes musikalisches Talent. Ihre Mutter gab ihr erste Klavierlektionen, als sie erst vier Jahre alt war. Nach der Trennung ihrer Eltern gab Friedrich ihr täglich einstündige Lektionen. Sie wurde im Klavierspiel und der Violine unterrichtet und lernte auch zu singen. Ihr Vater lehrte sie Harmonielehre, Komposition und Kontrapunkt.
Darüber hinaus musste sie mindestens zwei Stunden täglich üben. Friedrich Wieck unterrichtete sie nach den gleichen Methoden, die in seinem Buch „Wiecks Klavierunterricht für einen zarten Anschlag und einen singenden Ton" dargelegt waren. Ihre umfangreichen musikalischen Studien beeinträchtigten ihre allgemeine Schulbildung, aber sie studierte auch Religion sowie mehrere andere Sprachen.
Späte Jahre
Als Clara erst 18 Jahre alt war, machte ihr Robert Schumann, der 9 Jahre älter war, einen Heiratsantrag. Sie akzeptierte den Antrag, aber ihr Vater war stark dagegen. Clara und Robert mussten vor Gericht gehen und ihn verklagen. Ihre Ehe wurde vom Gericht am 12. September 1840 genehmigt, einen Tag bevor Clara 21 Jahre alt wurde. Nach der Zeremonie genoss das Ehepaar eine enge Beziehung. Sie schrieben sogar ein gemeinsames persönliches und musikalisches Tagebuch, das ihr Leben beschrieb.

Das Glück währte nur 14 Jahre, denn 1854 erlitt Robert einen psychischen Zusammenbruch und versuchte, sich das Leben zu nehmen. Danach wurde er in einer Heilanstalt im Dorf Endenich bei Bonn untergebracht. Er sollte dort bis zu seinem Tod zwei Jahre später bleiben. Schumann starb in Frankfurt und wurde später in Bonn neben ihrem Ehemann begraben.
Joseph Joachim, Albert Dietrich, Johannes Brahms und Julius Otto Grimm verbrachten Zeit mit Clara und spielten ihr Musik im März 1854. Auf diese Weise wollten sie ihren Schmerz durch die Strategie lindern. Brahms besuchte auch häufig Robert Schumann in der Anstalt. Clara sah ihren Ehemann die ganze Zeit über nie und durfte ihn erst auf seinem Sterbebett sehen.
Musikkarriere
Schumann verbrachte 61 von 76 Jahren ihres Lebens mit Konzertgeben. Sie begann mit Tourneen, als sie erst 11 Jahre alt war. Sie war am erfolgreichsten in Wien und Paris. Sie wechselte häufig das Programm und das Format. Einige ihrer Veranstaltungsorte sollten ihr hohes Spielniveau zeigen, während andere sich ernsthafteren Werken widmeten.

Im April 1856 unternahm sie ihre erste Tournee in England. William Sterndale Bennett, ein guter Freund Roberts, lud sie ein, bei der London Philarmonic Society zu spielen. Clara war sehr enttäuscht über die geringe Zeit für die Proben, war aber erstaunt über den Cellisten Alfredo Piatti und dessen Aufführungsstil war wie nichts, was sie je gehört hatte. Trotz ihrer anfänglichen gemischten Gefühle über Großbritannien trat sie dort in den nächsten 15 Jahren auf.
Nach dem Tod ihres Ehemannes tourte Schumann jahrzehntelang durch Europa. Sie trat häufig zusammen mit dem angesehenen Geiger Joseph Joachim sowie anderen Kammermusikern auf.
1878 begann sie eine Karriere als Klavierlehrerin am Dr. Hoch's Konservatorium in Frankfurt. Dort war Schumann bei internationalen Studierenden sehr beliebt.
Vermächtnis
Mehrere Spielfilme würdigen Schumann. 1944 kam Träumerei (Dreaming) in die Kinos. Regisseurin Helma Sanders-Brahms veröffentlichte ihren Film Geliebte Clara (Beloved Clara) 2008.

Von 1989 bis 2002 war Clara Schumanns Abbild aus einer Lithographie von 1835 auf dem 100-Deutsche-Mark-Geldschein zu sehen.



