Es gibt keine angemessene Verteidigung gegen die Auswirkungen einer neuen Idee, außer Dummheit.
Percy Williams Bridgman war ein amerikanischer Physiker, der 1946 den Nobelpreis für Physik für seine Arbeiten zur Physik hoher Drücke erhielt. Er schrieb auch umfangreiche Werke über die wissenschaftliche Methode und andere Aspekte der Wissenschaftsphilosophie. Der Bridgman-Effekt und die Bridgman-Stockbarger-Technik sind nach ihm benannt.
Biografie
Frühes Leben
Bridgman war in seiner Familie und im Freundeskreis als Peter bekannt und wurde in Cambridge, Massachusetts, geboren und wuchs im nahe gelegenen Auburndale auf.
Bridgmans Eltern wurden beide in Neuengland geboren. Sein Vater, Raymond Landon Bridgman, war „zutiefst religiös und idealistisch" und arbeitete als Zeitungsreporter, der über Landespolitik berichtete. Seine Mutter, Mary Ann Maria Williams, wurde als „konventioneller, lebhaft und wettbewerbsorientiert" beschrieben.
Bridgman besuchte sowohl die Grundschule als auch die Oberschule in Auburndale, wo er bei Wettbewerben im Klassenzimmer, auf dem Spielplatz und beim Schachspiel hervorragte. Er wurde als schüchtern und stolz beschrieben; sein Privatleben bestand aus Familienmusik, Kartenspielen sowie häuslichen und Gartenarbeiten. Die Familie war zutiefst religiös; sie lasen morgens die Bibel und besuchten eine Congregational Church. Später wurde Bridgman jedoch Atheist.
Ausbildung und berufliches Leben
Bridgman trat 1900 in die Harvard University ein und studierte Physik bis zu seinem Ph.D. Von 1910 bis zu seiner Pensionierung lehrte er an Harvard und wurde 1919 Vollprofessor. 1905 begann er, die Eigenschaften von Materie unter hohem Druck zu untersuchen. Ein Maschinendefekt veranlasste ihn, seinen Druckapparat zu modifizieren; das Ergebnis war ein neues Gerät, mit dem er Drücke erzeugen konnte, die schließlich 100.000 kgf/cm2 10 GPa; 100.000 Atmosphären überschritten. Dies war eine enorme Verbesserung gegenüber früheren Maschinen, die nur Drücke von 3.000 kgf/cm2 0,3 GPa erreichen konnten. Bridgman ist auch für seine Studien über elektrische Leitfähigkeit in Metallen und Kristalleigenschaften bekannt. Er entwickelte die Bridgman-Dichtung und ist der Namenspate für Bridgmans thermodynamische Gleichungen.
Bridgman verbesserte seinen Hochdruckapparat im Laufe der Jahre ständig und versuchte mehrfach erfolglos, die Synthese von Diamanten durchzuführen.
Sein Wissenschaftsphilosophie-Buch The Logic of Modern Physics von 1927 befürwortete den Operationalismus und prägte den Begriff der operationalen Definition. 1938 nahm er an dem Internationalen Komitee teil, das zur Organisation der Internationalen Kongresse zur Einheit der Wissenschaft zusammengesetzt wurde. Er war auch einer der 11 Unterzeichner des Russell-Einstein-Manifests.
Privatleben und Tod
Bridgman heiratete 1912 Olive Ware aus Hartford, Connecticut. Wares Vater, Edmund Asa Ware, war der Gründer und erste Präsident der Atlanta University. Das Paar hatte zwei Kinder und war 50 Jahre lang verheiratet, lebte die meiste Zeit in Cambridge. Die Familie hatte auch ein Sommerhaus in Randolph, New Hampshire, wo Bridgman als geschickter Bergsteiger bekannt war.

Bridgman war ein „durchdringender analytischer Denker" mit einer „fruchtbaren mechanischen Phantasie" und außergewöhnlicher manueller Geschicklichkeit. Er war ein geschickter Klempner und Zimmermann, bekannt dafür, dass er die Hilfe von Fachleuten in diesen Angelegenheiten vermied. Er war auch musikliebend und spielte Klavier und war stolz auf seine Blumen- und Gemüsegärten.
Bridgman beging Suizid durch Schusswaffe, nachdem er längere Zeit an metastasierendem Krebs litt. Sein Abschiedsbrief lautete teilweise: „Es ist nicht anständig für die Gesellschaft, einen Mann dazu zu zwingen, dies selbst zu tun. Wahrscheinlich ist dies der letzte Tag, an dem ich es selbst tun kann." Bridgmans Worte wurden von vielen in der Debatte über ärztliche Sterbehilfe zitiert.
Auszeichnungen und Ehrungen
Bridgman erhielt Ehrendoktorate von Stevens Institute 1934, Harvard 1939, Brooklyn Polytechnic 1941, Princeton 1950, Paris 1950 und Yale 1951. Er erhielt die Bingham Medal 1951 von der Society of Rheology, den Rumford Prize der American Academy of Arts and Sciences 1919, die Elliott Cresson Medal 1932 vom Franklin Institute, die Goldmedaille vom Bakhuys Roozeboom Fund-Gründer Hendrik Willem Bakhuis Roozeboom 1933 von der Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences und den Comstock Prize 1933 der National Academy of Sciences.
Bridgman war Mitglied der American Physical Society und war 1942 ihr Präsident. Er war auch Mitglied der American Association for the Advancement of Science, der American Academy of Arts and Sciences, der American Philosophical Society und der National Academy of Sciences. Er war Auswärtiges Mitglied der Royal Society und Ehrenfellow der Physical Society of London.
Das Percy W. Bridgman House in Massachusetts ist ein U.S. National Historic Landmark, das 1975 bestimmt wurde.
2014 genehmigte die Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification CNMNC der International Mineralogical Association IMA den Namen Bridgmanit für perowskitstrukturiertes Mg,FeSiO3, das häufigste Mineral der Erde, zu Ehren seiner Hochdruckforschung.
Bibliografie
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