Leucippus

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Nichts geschieht zufällig, sondern alles aus einem Grund und durch Notwendigkeit.

Leucipp wird in einigen antiken Quellen als Philosoph berichtet, der der erste Grieche war, der die Theorie des Atomismus entwickelte – die Idee, dass alles aus verschiedenen unvergänglichen, unteilbaren Elementen besteht, die Atome genannt werden. Leucipp wird oft als Lehrer seines Schülers Democritus dargestellt, ein Philosoph, dem ebenfalls die Begründung der Atomtheorie zugeschrieben wird.

Aristoteles und Theophrast machten ihn [Leucipp] sicherlich zum Urheber der Atomtheorie, und sie können sich in einem solchen Punkt kaum geirrt haben.

Eine kurze Notiz in Diogenes Laërtius' Leben des Epikur besagt, dass nach dem Zeugnis des Epikur Leucipp nie existiert hat. Als philosophischer Erbe des Democritus hat das Wort des Epikur einiges Gewicht, und tatsächlich tobte eine Kontroverse über diese Angelegenheit viele Jahre lang in der deutschen Gelehrsamkeit am Ende des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus stellte Thrasyllus von Alexandria, ein Astrologe und Schriftsteller unter Kaiser Tiberius 14–37 n. Chr., in seinem Corpus Democriteum eine Liste von Schriften zum Atomismus zusammen, die er Democritus zuordnete und Leucipp ausschloss. Der gegenwärtige Konsens unter den Historikern der Philosophie weltweit ist, dass dieser Leucipp historisch ist.

Leucipp wurde höchstwahrscheinlich in Milet geboren, obwohl Abdera und Elea auch als mögliche Geburtsorte genannt werden.

Biographie

Leucipps Daten sind nicht überliefert und er wird oft zusammen mit seinem bekannteren Schüler Democritus erwähnt. Es ist daher schwierig zu bestimmen, welche Beiträge zum Atomismus von Democritus und welche von Leucipp stammen. Der Titel, der Leucipp am häufigsten zugeschrieben wird, ist das verlorene Werk Megas Diakosmos Big World-System, aber dieser Titel wurde auch Democritus zugeordnet, dessen begleitendes Werk Micros Diakosmos, Little World-System, war.

Der überlieferte Leucipp war ein ionischer Grieche Ionien, da die ionische Region das asiatische Griechenland oder „Kleinasien" ist und heute die westliche Türkei bildet. Und er war ein Zeitgenosse des Zeno von Elea und Empedokles Magna Graecia, die heute Teil Süditaliens sind. Er gehörte zur gleichen ionischen Schule der naturalistischen Philosophie wie Thales, Anaximander und Anaximenes. Während die Kausalität in den Philosophien von Thales und Heraklit implizit war, gilt Leucipp als der erste, der erklärte, dass alles aufgrund von „Notwendigkeit" geschieht, das heißt, aufgrund ihrer Natur.

Aristoteles und sein Schüler Theophrastos schreiben Leucipp ausdrücklich die Erfindung des Atomismus zu. In aristotelischen Begriffen stimmte Leucipp dem eleiatischen Argument zu, dass „das wahre Sein das Vakuum nicht zulässt" und es in Abwesenheit von Vakuum keine Bewegung geben kann. Leucipp argumentierte, dass da Bewegung existiert, es leeren Raum geben muss. Er schloss jedoch, dass Vakuum mit Nichtexistenz identifiziert wird, da „nichts" nicht wirklich sein kann. Nach Aristoteles unterschied sich Leucipp von den Eleaten darin, dass er nicht durch die „begriffliche Vermischung" von Sein und Nichtsein belastet war, und Platon traf die notwendige Unterscheidung zwischen „Graden des Seins und Arten der Negation".

Bärtiger Kopf mit korinthischem Helm, gedacht als Leucipp dargestellt, sitzender Hund (molosischer Hund?) auf der Rückseite.

Einige Quellen behaupten, dass Leucipp um 440 oder 430 v. Chr. eine Schule in Abdera gründete, mit der sein Schüler Democritus eng verbunden war. Es wird erwähnt, dass ein Leucipp die Stadt Metapontum gründete, die diesen Leucipp mit einer Münze ehrte.

Eusebius, der Aristocles von Messene zitiert, sagt, dass Leucipp Teil einer philosophischen Tradition war, die mit Xenophanes begann und im Pyrrhonismus gipfelte.

Fragmente und doxographische Berichte über Leucipp wurden von Hermann Diels 1848–1922 gesammelt, zunächst in Doxographi Graeci Berlin, 1879, Neudruck Berlin: de Gruyter, 1929 und dann in Die Fragmente der Vorsokratiker, Berlin, 1903, 6. Aufl., rev. von Walther Kranz Berlin: Weidmann, 1952; die Ausgaben nach der 6. sind hauptsächlich Nachdrucke mit wenig oder ohne Änderungen. Diels war der führende Befürworter eines historischen Leucipp.

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