Alexis Lemaire wurde 1980 in Frankreich geboren. Anders als viele Rechengenies ist seine Geschichte nicht die einer Zirkus-Kindheit; er war ein Akademiker, und sein Interesse an Kopfrechnen verlief parallel zu einer formalen wissenschaftlichen Karriere. Er sollte an der Universität Reims einen PhD in Informatik mit Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz erwerben – und die Verbindung zwischen diesen beiden Bestrebungen ist nach eigener Aussage genau der Punkt.
Er spezialisierte sich auf eine einzige, brutal spezifische Disziplin: die ganzzahlige dreizehnte Wurzel sehr großer Zahlen. Die dreizehnte Wurzel wird von Rechnern gewählt, weil eine arithmetische Besonderheit die letzten Ziffern der Antwort relativ handhabbar macht, während der Rest alles andere als das ist. Lemaire baute seinen Ruf zunächst mit 100-stelligen Zahlen auf und dann mit dem weit schwierigeren 200-stelligen Problem.
Sein Fortschritt liest sich wie eine Serie von Demolierungen seiner eigenen Rekorde. Am 10. Mai 2002 berechnete er die dreizehnte Wurzel einer 100-stelligen Zahl in 13,55 Sekunden und brach damit eine langjährige Marke des niederländischen Rechners Willem Klein. Am 17. Dezember 2004 senkte er diese auf 3,625 Sekunden – die Zeit wiederum einschließlich des Ablesens der Aufgabe und des Sprechens der Antwort. Dann wandte er sich den 200 Stellen zu.
Das 200-stellige Problem war eine andere Schwierigkeitsordnung. Sein erster Erfolg am 6. April 2005 dauerte 8 Minuten 33 Sekunden. Am 30. Juli 2007 hatte er es im Museum of the History of Science in Oxford auf 77,99 Sekunden gebracht. Und am 15. November 2007 erreichte er im Science Museum in London 70,2 Sekunden – die Leistung, die weltweit Schlagzeilen machte und ‹Mathlet› in den Wortschatz der Öffentlichkeit brachte.
Lemaire war stets zurückhaltend mit seiner Methode, und das absichtlich. »Ich werde nicht genau sagen, was meine Methode ist«, sagte er Reportern. »Ich mache so etwas wie künstliche Intelligenz rückwärts, weil ich einen Computer imitiere.« Diese Wendung – künstliche Intelligenz rückwärts – ist der Schlüssel zu ihm. Seine Doktorarbeit befasste sich mit KI; sein Rechnen war im Grunde dasselbe Problem, nur andersherum ausgeführt, ein Mensch, der bewusst die Arten von Mustererkennung und Nachschlage-Strategien implementiert, die eine Maschine verwenden würde.
Das machte ihn zu einer etwas anderen Figur als den traditionellen Savant oder Bühnenrechner. Er beanspruchte keine mysteriöse Gabe. Er war ein Informatiker, der sein eigenes Gehirn als ein Stück Hardware behandelte, das programmiert werden sollte, und seine Rekorde waren ebenso sehr eine Demonstration von Methode wie von rohem Talent. Er hat davon gesprochen, riesige Mengen an Zwischenergebnissen auswendig zu lernen, sodass die Berechnung zu einem großen Teil zu schnellem Abrufen wird.
Das Wort, das er der Sprache gab, erfasst etwas Echtes an ihm. Ein ‹Mathlet› ist kein Zauberer; es ist ein Athlet – jemand, der eine spezifische Fähigkeit zu einem Wettkampfhöhepunkt trainiert. Lemaires dreizehnte-Wurzel-Rekorde waren das Produkt unerbittlichen, engen, disziplinierten Trainings, das arithmetische Äquivalent eines Sprinters, der Hundertstelsekunden von einer Zeit abschält.
Alexis Lemaires Kombination aus Leistungen und Rahmung hinterließ eine besondere Spur in der Welt des Kopfrechnens. Er zeigte, dass das spektakuläre Ende der menschlichen Arithmetik nicht als Magie, sondern als Ingenieurkunst angegangen werden kann – dass man studieren kann, wie Computer ein Problem lösen, und sich dann mühsam beibringen kann, einer zu sein.
“Ich werde nicht genau sagen, was meine Methode ist. Ich mache so etwas wie künstliche Intelligenz rückwärts, weil ich einen Computer imitiere.”— Alexis Lemaire
“Die Antwort auf Lemaires Zahl war 2.407.899.032.210 – und ‹Mathlet› fand Eingang in unsere Umgangssprache.”— The Register, 2007
“Es ist keine Magie. Es ist Training, Gedächtnis und Methode.”— zugeschrieben Alexis Lemaire
| Person | Land | Meilenstein | Alter / Wert |
|---|---|---|---|
| Alexis Lemaire | 🇫🇷 Frankreich | 13. Wurzel einer 200-stelligen Zahl in 70,2 Sekunden | 27 Jahre |
| Willem Klein | 🇳🇱 Niederlande | Früherer Inhaber des Rekords für 13.-Wurzel-Berechnungen | 20. Jahrhundert |
| Shakuntala Devi | 🇮🇳 Indien | Zwei 13-stellige Zahlen in 28 Sekunden multipliziert | Guinness 1982 |
| Neelakantha Bhanu Prakash | 🇮🇳 Indien | Gewann Gold bei der Kopfrechen-Weltmeisterschaft | 20 Jahre |
| Priyanshi Somani | 🇮🇳 Indien | Gewann den Mental Calculation World Cup | 11 Jahre |
Alexis Lemaire versucht sich an der 13. Wurzel einer 200-stelligen Zahl
Die Rekord-Berechnung der 13. Wurzel durch den Mathleten
Lemaire ist bedeutsam, weil er extremes Kopfrechnen als Ingenieurkunst statt als Mysterium neu definierte. Ein Informatiker, der seine eigenen Leistungen als ‹künstliche Intelligenz rückwärts› beschrieb, behandelte er sein Gehirn als Hardware, die programmiert werden sollte – ein Modell dafür, wie disziplinierte Methode, nicht angeborene Magie, Weltrekorde hervorbringt.
Er gab dem Feld auch sein modernes Vokabular. Das Wort ‹Mathlet›, geprägt, um ihn zu beschreiben, trägt die richtige Vorstellung: dass das spektakuläre Ende der Arithmetik eine trainierbare, wettkampfmäßige athletische Verfolgung ist, die jedem offensteht, der bereit ist, mit der Ernsthaftigkeit eines Sprinters zu üben.
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