Yusra Mardini wurde am 5. März 1998 in Damaskus, Syrien, als Tochter von Ezzat Mardini, einem Schwimmtrainer, und Mervat Mardini geboren. Sie und ihre ältere Schwester Sara, ebenfalls Schwimmerin, begannen als Kleinkinder unter der Anleitung ihres Vaters mit dem Leistungsschwimmen. In ihren frühen Teenagerjahren vertrat Yusra Syrien auf internationaler Ebene — unter anderem bei den FINA-Schwimmweltmeisterschaften 2012.
Der syrische Bürgerkrieg hatte bis 2015 den weiteren Aufenthalt in Damaskus unmöglich gemacht. Die Familie entschied, dass Yusra und Sara zuerst gehen würden und die übliche Flüchtlingsroute über die Türkei und die Ägäis nehmen würden. Sie flogen nach Istanbul, machten sich auf den Weg zur türkischen Küste und schlossen sich der Menschenschmuggler-Ökonomie an, die zu dieser Zeit Tausende Syrer täglich über die Ägäis nach Griechenland brachte.
Das Boot, das sie in der Nacht des 15. August 2015 bestiegen, war ein kleines Schlauchboot, konzipiert für sechs oder sieben Personen. Es waren zwanzig an Bord. Der Motor fiel fünfundvierzig Minuten nach Beginn der Überfahrt aus. Das Boot begann zu sinken. Yusra, Sara und zwei weitere Schwimmer glitten ins kalte Wasser und schwammen, das Seil des Bootes haltend, neben ihm her. Die Überfahrt dauerte dreieinhalb Stunden. Sie erreichten Lesbos im Morgengrauen. Alle an Bord hatten überlebt.
Yusra und Sara bahnten sich ihren Weg durch den Balkan und kamen im September 2015 in Berlin an. Yusra war sechzehn. Sie hatte den vergangenen Monat in Flüchtlingslagern und überfüllten Bahnhöfen verbracht. In Berlin suchte sie einen örtlichen Schwimmverein auf — Wasserfreunde Spandau 04, einen bedeutenden Berliner Verein — und bat darum, trainieren zu dürfen. Der Verein stimmte zu. Yusra trainierte sechs Stunden täglich. Ihre Wettkampfform kehrte zurück.
Das Internationale Olympische Komitee plante für die Olympischen Spiele 2016 in Rio das sogenannte Olympische Flüchtlingsteam — ein erstmaliges Team von Flüchtlingen, die als sie selbst und nicht als Staatsangehörige irgendeines Landes antraten. Yusra Mardini wurde ausgewählt. Sie trat im 100-Meter-Schmetterling bei Rio 2016 an. Sie würde auch bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio antreten, erneut im Flüchtlingsteam.
Ihre Autobiografie «Butterfly» wurde 2018 veröffentlicht und wurde ein internationaler Bestseller. Netflix produzierte 2022 einen Film über ihre Geschichte, «The Swimmers», unter der Regie von Sally El Hosaini. UNHCR ernannte sie zu einer ihrer jüngsten Botschafterinnen des guten Willens. Sie ist seit 2016 eine der sichtbarsten Fürsprecherinnen für Flüchtlingsrechte weltweit geworden — mit Reden bei den Vereinten Nationen, vor dem Europäischen Parlament, beim Weltwirtschaftsforum.
2026 ist Yusra Mardini achtundzwanzig. Sie hat sich vom Leistungsschwimmen zurückgezogen. Sie hat ihre Arbeit als UNHCR-Botschafterin fortgesetzt. Sie hat an der Yusra Mardini Foundation gearbeitet, die vertriebene junge Athleten unterstützt. Sie lebt in Berlin und Los Angeles. Die Geschichte des dreieinhalb Stunden langen Schwimmens über die Ägäis hat sich mit der Zeit zu jener Art zeitgenössischer Heldenerzählung verfestigt, die künftige Geschichtsschreibungen der europäischen Flüchtlingskrise der 2010er Jahre weiterhin zitieren werden.
“Ich bin eine Flüchtling. Ich bin auch eine Schwimmerin. Die Reihenfolge ist wichtig. Beide Bezeichnungen sind wahr.”— Yusra Mardini, UN-Ansprache 2017
“Sie schwamm das Boot ans Ufer. Alle an Bord überlebten. Die Geschichte braucht keinen Schmuck.”— UNHCR, über Yusras Ägäis-Überquerung
| Person | Land | Meilenstein | Alter / Wert |
|---|---|---|---|
| Yusra Mardini | 🇸🇾 Syrien | Olympisches Flüchtlingsteam | 18J Rio 2016 |
| Marc Yu | 🇺🇸 USA | Carnegie Hall | 7J |
| Maddie Ziegler | 🇺🇸 USA | Sia Chandelier | 11J |
| Quvenzhané Wallis | 🇺🇸 USA | Oscar-Nominierung | 9J |
| Greyson Chance | 🇺🇸 USA | Virales Cover | 12J |
Yusra Mardini syrische Flüchtlings-Olympiaschwimmerin Geschichte
Yusra Mardini Ägäis Rettungsschwimmen Dokumentation
Yusra Mardinis Fall ist das am besten dokumentierte zeitgenössische Beispiel einer jugendlichen Flüchtlingin, deren sportliche Fähigkeiten und persönlicher Mut eine international bedeutsame kulturpolitische Erzählung hervorbrachten. Das Ägäis-Schwimmen — dreieinhalb Stunden neben einem sinkenden Schlauchboot mit zwanzig Flüchtlingen — ist jene Art faktischen Ereignisses, das die historische Aufzeichnung noch Jahrzehnte lang zitieren wird.
Der Fall ist auch der Machbarkeitsnachweis für das Olympische Flüchtlingsteam des Internationalen Olympischen Komitees. Das 2016 gegründete Team wurde entworfen, um Flüchtlingen durch die olympische Bewegung eine nationale Identität zu geben, wenn keine nationale Identität politisch für sie verfügbar war. Yusras Teilnahme sowohl an Rio 2016 als auch Tokio 2020, kombiniert mit ihrer UNHCR-Arbeit, hat dem Konzept sein bekanntestes öffentliches Gesicht gegeben. Die fortgesetzte Advocacy-Arbeit, die von ihr aufgebaute Stiftung und der Netflix-Film haben sie zusammen zu einer der wenigen zeitgenössischen Jugendlichen gemacht, deren Name in der öffentlichen Vorstellung über den Nachrichtenzyklus hinaus in Erinnerung bleiben wird, der sie hervorbrachte.
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